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Bovington Camp (Dorset)

Bovington

In Bovington Camp, zwischen Poole und Dorchester befindet sich das größte Panzermuseum der Welt.
Als Rudyard Kippling, der das “Dschungelbuch” schreib, 1923 Bovington besuchte, schlug er vor nicht alle Panzer des Ersten Weltkriegs zu verschrotten, sondern an dieser Stelle ein Panzermuseum zu bauen.

Bovington

Nachdem man sein Fahrzeug auf dem Parkplatz abgestellt hat, gelangt man zu ein Gelände, auf dem jeder Besucher selbst mal mit einem Panzer mitfahren kann.

Eingang

Über einen Weg der von zwei britischen Kampfpanzern der 70er Jahre gesäumt wird gelangt man hinein die Eingangshalle des Museumsgebäudes. Mit £7 (11 Euro) ist der Eintritt nicht gerade billig ...

Die erste Museumshalle ist wie ein Schützengraben des Ersten Weltkriegs gestaltet. Es ist dunkel und über Lautsprecher werden Granateinschläge, Motorenlärm und aufgeregte Rufe deutscher Soldaten (mit englischem Akzent) eingespielt.
      

Erster Weltkrieg

Den Grund der Aufregung sieht man, wenn man um die Ecke biegt. Einer der neuartigen englischen Tanks, gegen die es bisher keine Verteidigungswaffen gibt, greift mit Infanterieunterstützung die Stellung an.
Der Rest der Halle ist weitaus sachlicher gestaltet. Es sind englische, deutsche und französische Panzer des ersten Weltkriegs zu sehen. In einige Panzer kann man hineinsehen, andere Panzer sind sogar begehbar.

So kann man die Enge in den rollenden Särgen am eigenen Leibe spüren. Die nächste Halle widmet sich den Kettenfahrzeugen aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen.

Hetzer und Jagdpanther

Dann folgen deutsche “Panzer I” und “Panzer II” sowie Renaults aus dem Frankreichfeldzug von 1940.
Hier zwei deutsche Jagdpanzer aus dem Zweiten Weltkrieg. Links ein “Hetzer”, rechts ein “Jagdpanther”.
Auf den Tafel rechts muss man die Kettenden richtigen Panzern zuordnen.

Die Tarnfarbe des “Hetzers” finde ich zwar etwas merkwürdig; aber sei´s drum...
1941 wurde die Tarnfarbe der deutschen Militärfahrzeuge offiziell von Panzergrau auf Sandgelb umgestellt. Der Erlass blieb bis Kriegsende bestehen.
In der Praxis stellte sich jedoch heraus, dass rein sandgelbe Fahrzeuge zu leicht durch alliierte Flugzeugen gesichtet wurden. Deshalb camouflierten die Besatzungen ihre Panzer und Autos eigenmächtig nachträglich mit brauner und dunkelgrüner Farbe.

Panther und Panzer II

Links sehen wir einen so camouflierten “Panther” (Kampfpanzer V). Der “Panther” bildete von 1941 bis Kriegsende das Rückgrad der deutschen Panzerstreitkräfte.
Mit seinem 7,5 cm Geschütz war er gefürchtet bei den Alliierten.
Im Hintergrund ist eine späte Baureihe des “Panzer II” zu erkennen.

Königstiger und SdKfz 234

Links der Prototyp eines “Königstiger” und ein rechts im Bild ein “SdKfz 234”.
Schön zu erkennen: Rechts die alte graue und links die neue sandfarbene Tarnfarbe.
Das "SdKfz 234" war ein Geländefahrzeug mit acht Rädern. Das gleiche Fahrwerk wurde ebenfalls für den "Puma" verwendet.

Der "Königstiger" war der letzte große deutsche Kampfpanzer des Zweiten Weltkriegs. Die Wanne ähnelt mehr der eines "Panther” (Kampfpanzer V), die Bewaffnung der des "Tiger" (Kampfpanzer VI). Mit seinem 8,8 cm Geschütz war der “Tiger” in seiner Kampfkraft den alliierten Panzern weit überlegen. Er hatte aber oft technische Probleme und war mit über 60 Tonne zu schwer.

Desert War

In der "Desert War" Halle findet man englische, deutsche und italienische Panzerfahrzeuge, die von 1941 - 43 in Afrika zum Einsatz kamen.
Vorne links ein italienischer Panzer. Links dahinter ein “Mathilda”, dann ein “Lee” und rechts ein “Scout”, der als gepanzertes Kommandofahrzeug eingesetzt wurde.

Lee

Der englische "Lee" wurde aus den USA importiert und war fast baugleich mit dem amerikanischen "Grant".
Das Fahrgestell der beiden Tanks findet auch in den frühen amerikanischen "Shermans" Anwendung.

Sherman

Hier ein amerikanischer "Sherman" aus einer der letzten Baureihen. Das erkennt
man am Fahrwerk ...
Die ersten “Shermans” wurden noch mit Benzinmotoren ausgeliefert. Erhielten sie einen Treffer, stand der gesamte Panzer direkt lichterloh in Flammen. Spätere Baureihen erhielten Dieselmaschinen.

Golfkrieg

In dieser Halle sind Panzerfahrzeuge aus der Zeit des ersten und zweiten Golfkriegs, 1988 bzw. 1990 ausgestellt.
Das Verhältnis der Briten zur Militärgeschichte ist wesentlich undifferenzierterer als das der Deutschen. Das merkt man auch daran, dass man im sich anschließenden Museumsshop Abzeichen der Waffen-SS oder nachgemachte Eiserne Kreuze erwerben kann ...

Lawrence von Arabien

Lawrence von Arabien war zwei Jahre lang in Bovington Camp stationiert und hatte hier sein eigenes Haus “Clouds Hill Cottage”.
Auf dem Friedhof von Moreton Church hat er seine letzte Ruhe gefunden.
Kleidungsstücke und sein Motorrad sind im Panzermuseum von Bovington ausgestellt.

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